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Ein Tag im Leben von Kaya Vardal - Druckversion

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Ein Tag im Leben von Kaya Vardal - Kaya Vardal - 10.01.2026

Kaya Elindottr Vardal steht auf, als die Vibration am Handgelenk einsetzt. Sie bleibt nicht liegen. Die Uniform ist vorbereitet, die Reihenfolge sitzt. Während sie isst, liest sie die Nachtzusammenfassungen. Meldungen, Zeitstempel, Abweichungen. Sie speichert das, ohne etwas zu markieren. Entscheidungen kommen später.

Beim Antreten ihres Zuges sagt sie nur, dass es keine Übung ist und dass der Auftrag unterwegs erläutert wird. Das genügt. Während der Fahrt laufen die ersten Daten ein. Berichte aus Othala, Protokolle von Thurisaz, Sicherungsmeldungen aus Naudiz. Sie lässt vortragen. Sie fragt nicht. Erst als zwei Zeitangaben nicht zusammenpassen, unterbricht sie und nennt sie. Mehr nicht. Ab diesem Punkt arbeitet der Zug konzentrierter.

Der Einsatzort ist vorbereitet. Sicherheitsstufe A, formale Kooperation. Kaya legitimiert den Zugriff mit Rang und Mandat. Der Zug sichert Server, friert Systeme ein, trennt eine Person vom Betrieb. Alles läuft nach Vorschrift. Niemand widerspricht. Kaya bewegt sich zwischen den Abläufen, nicht an der Spitze, nicht abseits. Sie greift nicht ein, solange es keinen Anlass gibt.

Bei der Befragung sitzt sie seitlich. Sie stellt eine Frage, präzise formuliert. Die Antwort fällt länger aus als nötig. Kaya bedankt sich und beendet das Gespräch. Sie notiert nichts sichtbar. Das Ergebnis steht fest.

In der Pause isst sie mit dem Zug. Es wird nicht über den Einsatz gesprochen. Sie hört zu, merkt sich Details, Tonlagen, Reaktionen. Danach markiert sie das Dossier als Dateninkonsistenz mit systemischer Relevanz. Keine Bewertung, keine Empfehlung. Die Markierung reicht aus, um Prüfketten auszulösen.

Zurück in der Dienststelle übergibt sie Datenträger, einen knappen Vermerk und eine kurze Namensliste. Keine Erläuterung. Der persönliche Bericht folgt später über einen gesicherten Kanal. Sie schildert, was nicht zusammenpasst und was offen bleibt. Keine Schlussfolgerung. Am anderen Ende hört Alrun Amalbalde zu. Es werden Fragen gestellt. Das Gespräch endet ohne Anweisung.

Am Abend legt Kaya die Uniform ab. Der Dienst ist beendet. Sie geht noch hinaus, bewegt sich durch die Stadt, beobachtet. Nicht aus Interesse, sondern aus Gewohnheit. Später schläft sie. Am nächsten Tag wird jemand versetzt oder ein Projekt angehalten. Ihr Name taucht dabei nicht auf.