II. Fakultät für Sicherheits-, Militär- und Konfliktwissenschaften
Analyse organisierter Gewalt und ihrer Begrenzung
Schwerpunkte:
Militärische und polizeiliche Gewalt, Konfliktdynamiken, Abschreckung, Eskalationslogiken, innere Sicherheit, hybride und asymmetrische Bedrohungen.
Die Fakultät für Sicherheits-, Militär- und Konfliktwissenschaften beschäftigt sich mit Gewalt nicht als Ausnahmezustand, sondern als dauerhaft vorhandener Faktor politischer Ordnung. Ihr Gegenstand ist nicht der einzelne Einsatz, sondern die Logik dahinter: Wann wird Gewalt eingesetzt, wann unterlassen, wann wirkt sie stabilisierend, wann zerstörerisch? Die Fakultät analysiert Konflikte als Systeme mit eigenen Regeln, Rückkopplungen und Kipppunkten. Moralische Bewertungen treten dabei in den Hintergrund zugunsten nüchterner Funktionsanalyse.
Ein zentraler Fokus liegt auf der Verbindung äußerer und innerer Sicherheit. Klassische Trennungen zwischen Militär, Polizei und Verwaltung gelten hier als analytisch unzureichend. Stattdessen werden Übergangszonen untersucht: Aufstandsbekämpfung, Massenkontrolle, urbane Konflikträume, Informations- und Cyberdimensionen von Gewalt. Die Fakultät arbeitet eng mit staatlichen Sicherheitsorganen zusammen, bleibt jedoch formal außerhalb operativer Befehlsketten. Sie liefert Modelle, Szenarien und Bewertungen, keine Einsatzbefehle.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Simulation. Konflikte werden nicht nur historisch aufgearbeitet, sondern aktiv durchgerechnet. Planspiele, Szenarien und Stressmodelle dienen dazu, Entscheidungslogiken unter Druck sichtbar zu machen. Dabei geht es weniger um Prognose im engen Sinn als um das Erkennen von Mustern: typische Eskalationspfade, Fehleinschätzungen, systemische Blindstellen.
Zentrale Einrichtungen:- Institut für Strategische Studien
- Zentrum für Konfliktsimulation und Szenarioanalyse
- Forschungsstelle für Innere Sicherheit und Aufstandsprävention
- Archiv für militärische und polizeiliche Einsatzanalysen
- Arbeitsstelle für Abschreckungs- und Eskalationslogik
- Kolleg für urbane Konflikträume und Massenphänomene
- Datenstelle für Gewalt-, Verlust- und Schadensmodelle
Standorte:
Die Fakultät verfügt über zehn bis zwölf größere Standorte (variiert je nach Quelle), verteilt auf gesicherte Zonen, Verwaltungsareale und infrastrukturell angebundene Komplexe. Viele dieser Gebäude sind nach außen hin unauffällig und tragen neutrale Funktionsbezeichnungen. Lehr- und Forschungsbetrieb finden häufig in abgeschirmten Bereichen statt, teilweise in direkter Nachbarschaft zu militärischen oder polizeilichen Einrichtungen, ohne organisatorisch Teil dieser zu sein. Ausbildung erfolgt überwiegend in kleinen Gruppen, oft projekt- oder szenariobasiert. Studierende und Mitarbeitende bewegen sich hier weniger in einer universitären Öffentlichkeit als in einem Arbeitsumfeld, das von Sicherheitslogik und Vertraulichkeit geprägt ist.